Das Regina Jonas Seminar steht in einer langen und reichen Tradition rabbinischer Ausbildung in Deutschland. Wir bilden Rabbinerinnen und Rabbiner aus, die voller Kompetenz und Leidenschaft jüdischen Gemeinden und Institutionen des Liberalen Judentums in Deutschland und Europa dienen. Lehre und Studium haben den Reichtum der biblischen Schriften, der Rabbinischen Literatur und der jüdischen Tradition in Synagoge und Lebenspraxis vom Sinai bis in unsere Zeit zum Gegenstand. Die Verbundenheit mit der Gesamtheit der jüdischen Gemeinschaft (Klal Jisrael) und dem Staat Israel leiten uns; wir sind den Werten von Torahstudium, jüdischer Solidarität, Pluralismus und egalitärem Judentum, interreligiösem Dialog und gesellschaftlicher Gerechtigkeit verpflichtet. Wir wissen uns verantwortlich für die religiöse, geistige und ethische Entwicklung aller unserer Studierenden.
Wir studieren die Megillot (biblische Bücher), apokryphe und rabbinische Texte, die jüdischen Feier- und Gedenktagen zugrundeliegen oder ihnen als liturgische Lesung zugeordnet sind. Die Verbindung dieser Texte zum Kalender, ihr gottesdienstlicher Gebrauch, traditionelle und moderne Auslegungen ermöglichen ein tieferes Verständnis dieser Quellen. Dieser Kurs setzt die im Sommersemester begonnene Lehrveranstaltung fort, kann aber auch von Neueinsteiger:innen besucht werden. Im Wintersemester werden wir uns mit den Megillot Kohelet und Esther sowie mit den Makkabäerbüchern und Quellen des Tu BiSchwat befassen.
Der auf zwei Semester angelegte Kurs untersucht die Entwicklungen der Darschanut im Laufe der Jahrhunderte sowie seine Rolle und Einfluss im jüdischen Gemeindeleben sowohl innerhalb als auch außerhalb der Synagoge. Die verwendete Literatur erstreckt sich von der Torah bis zu den Herausforderungen der Neuzeit. Die Studierenden wenden die erlernten Techniken in einem praktischen Teil an.
Die historischen, strukturellen und soziologischen Prägungen der jüdischen Gemeinschaft im Nachkriegsdeutschland sind Gegenstand dieses Kurses. Die Studierenden setzen sich mit der Wiederbegründung von jüdischen Gemeinden und Institutionen nach der Schoah sowie ihren unterschiedlichen Existenzbedingungen in Ost- und in Westdeutschland auseinander. Die Entwicklung im vereinigten Deutschland, die Einwanderung von Juden und Jüdinnen aus der früheren Sowjetunion, die Herausforderungen, Konflikte, Veränderungen
führen bis in die unmittelbare Gegenwart.
Die hellenistische und römische Periode (Zeit des Zweiten Tempels und rabbinisches Denken) markiert die Grundlagen des nachbiblischen jüdischen Denkens: Philosophie, Mystik und Midrasch. Der Kurs führt in Philos Denken und Hermeneutik, frühe mystische Ansätze und rabbinisches Denken ein.
Der Kurs richtet sich an Rabbiner- und Kantorenstudierende der verschiedenen Seminare sowie an Studierende mit fundierten Grundkenntnissen rabbinischer Texte und ersten Hebräischkenntnissen.
Wir werden die drei Hauptzweige des mittelalterlichen jüdischen Denkens kennenlernen: religiöse rationale Philosophie (Maimonides), irrationale religiöse Philosophie (Jehuda Halevi) und Kabbala (Texte aus der frühen jüdischen Mystik und dem Sohar). Anhand dieser Beispiele werden wir versuchen, ein vorläufiges Bild des Erbes des mittelalterlichen jüdischen Denkens für den modernen jüdischen Diskurs zu zeichnen.
Der Kurs eignet sich für Rabbiner- und Kantorenstudenten der verschiedenen Seminare sowie für Studierende mit fundierten Grundkenntnissen in griechischer Philosophie und ersten Hebräischkenntnissen.
Am Ende des Semesters finden ggfs. zweiwöchige Blockseminare zu ausgewählten Schwerpunktthemen in Kooperation mit den anderen Seminaren der Levinson Stiftung statt.
Im Sommersemester 2025 wurden auch die folgenden Kurse angeboten.
„Von Mendelssohn ab [hat] unser ganzes Volk sich der Folter all dieser wahrhaft peinlichen Fragen unterzog und das Judesein jedes Einzelnen nun auf der Nadelspitze eines Warum tanzte“ (Franz Rosenzweig, „Die Bauleute“).
Die Moderne hat zahlreiche Paradigmen für das Verständnis des Judentums und jüdischer Identität hervorgebracht, von denen viele im Spannungsverhältnis stehen. Deshalb ist der heutige jüdische Diskurs von konkurrierenden Paradigmen jüdischer Existenz geprägt.
Der Kurs beschäftigt sich mit der Konstruktion jüdischer Identitäten und dem Prozess ihres Zustandekommens. Im Laufe des Semesters erarbeiten wir uns die theoretischen Grundlagen jüdischer Identität in Ethik, Nation, Religion, Halacha, Zivilisation, Fremdheit und Gegenkultur, Bund und post-ethnischen Kategorien.
Mehrere Stunden dieses Kurses werden von Rabbinerin Elisa Klapheck gehalten, die sich auf weibliche intellektuelle Darstellungen der modernen jüdischen Existenz konzentrieren wird.
Dieser Kurs zielt darauf ab, die Studierenden auf ihre praktische Arbeit in Gemeinden vorzubereiten und sie während ihres Praktikums zu begleiten. Wir befassen uns mit den zentralen Fragen der Vorbereitung auf ein Praktikum, den damit verbundenen Herausforderungen sowie dem Einfluss, den Rabbiner auf die Entwicklung und Dynamik einer Gemeinde ausüben können.
Wir werden die vielschichtige Rolle des Rabbiners beleuchten und die Kompetenzen entwickeln, die für eine effektive rabbinische Führung erforderlich sind.